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Es gelten die Massnahmen des Bundes zur Coronabekämpfung (Stand Februar 2022).

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Kantorei und Konzerte

Die Musik ist wesentlicher Teil der Gottesdienste. Sie erklingt mit Hilfe unserer Orgel, mit vielfältigen Solisten oder durch unsere Kantorei. Sie ist aber auch präsent in vielerlei Angeboten, an denen Interessierte aktiv musizierend oder als Zuhörer teilnehmen können. Die Kantorei probt immer donnerstags von 20 bis 22 Uhr im Kirchgemeindehaus Matten, Herziggässli 21, Matten. Wir freuen uns über interessierte und versierte Sängerinnen und Sänger. Herzlich willkommen!
Neben Chor- und Instrumentalkonzerten erklingen über das Jahr hinweg thematische Orgelzyklen, in der Regel am ersten Freitag im März, Juni und September, jeweils um 19 Uhr. Am Neujahrskonzert am ersten Freitag oder Samstag eines neuen Jahres, jeweils um 17 Uhr, werden berühmte Orgelwerke gespielt.
Zum «Ansingen am Samstag» können Interessierte die Choräle des nachfolgenden Sonntags auf der Kirchenempore kennenlernen und manchmal auch mehrstimmig einüben, jeweils von 17.30 bis ca. 18 Uhr.
Weitere Auskünfte bei Prof. Dr. Helmut Freitag (freitag@schlosskirche.ch) oder bei einem der Pfarrämter.

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Orgeln

In der Schlosskirche steht eine deimanualige Orgel mit 49 Registern der Firma Orgelbau Genf aus dem Jahr 1964. Sie wurde 2019 durch die Firma Wälti Orgelbau revidiert und um ein Glockenspiel erweitert. In der Schlosskapelle steht eine zweimanualige Orgel der Firma Wälti Orgelbau aus dem Jahr 1975.

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Vespern

Die kleine regionale Konzertreihe auf dem «Bödeli». Nebst Musikerinnen und Musikern aus dem Berner Oberland treten Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Schweiz sowie dem Ausland auf.

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1133 nahm Kaiser Lothar III. die kurz zuvor durch den Freiherrn Seliger von Oberhofen gestiftete Probstei Interlacus unter seinen Schirm. Das Kloster war dem heiligen Augustin geweiht.
1257 wird erstmals ein Frauenkloster erwähnt, das dem Männerkloster angegliedert worden ist. Das Kloster entwickelte seine grösste Aktivität bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Es wurde zum grössten Landeigentümer im ganzen Berner Oberland. «In dieser Zeit muss die Kirche gebaut worden sein [ ] mit dem Chor, der in seiner Höhe und Weite das stattlichste Denkmahl der hochgotischen Zeit unseres Kantons darstellt.» (Prof. Hahnloser)
1484 Aufhebung des Frauenklosters
1528 wurde die Kirche geschlossen (Reformation)
1563 Umwandlung zum Kornhaus und Weinkeller. Errichtung einer Trennwand zwischen Schiff und Chor.
ab 1841 wurde das Schiff wieder für die römisch-katholische Messe hergerichtet.
ab 1842 benützen die englischen Kurgäste den Chor für englischsprachige Gottesdienste.
1909 Abtretung der dem Staat Bern gehörenden Schlosskirche an die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Gsteig-Interlaken.
1909–1911 Abtragung des alten Kirchenschiffes und Neubau im neugotischen Stil.
1926 Einweihung eines neuen vierstimmigen Glockengeläutes.
1950 Beseitigung der Trennwand zwischen Chor und Schiff. Gesamtrenovation.
1963 Orgelneubau (III/46)
2000 Aussen- und Innenrenovation (ohne Chor)
2011 Hundertjahrfeier Schlosskirche Interlaken
2017 Aussenrenovation des Chors
2018 Innenrenovation des Chors
2019 Orgelerweiterung (III/49 + Glockenspiel)

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Kontakte

Wer macht was im Pfarrkreis Interlaken-Matten

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Hier finden Sie den Faltprospekt zur Schlosskirche in Deutsch und Englisch als PDF.

Faltprospekt Schlosskirche
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Anlässlich des Jubiläums «Hundert Jahre Schlosskirche Interlaken» hat das damalige Pfarrteam eine Broschüre zu den Farbfenstern des Künstlers Paul Zehnder in der Schlosskirche verfasst. Mehr zum Leben von Paul Zehnder weiter unten.

Broschüre Farbfenster
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Nach umfassenden Abklärungen wurde im Jahr 2019 der gotische Chor der Schlosskirche renoviert. Dabei kamen interessante Befunde zu den verschiedenen Bauphasen zum Vorschein.

Faltprospekt der Denkmalpflege
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Von Claudio Jegher. Der Maler und Zeichner Paul Zehnder ist einer der bedeutendsten Vertreter kirchlicher Glasmalerei in der Schweiz des 20. Jahrhunderts. Für die Schlosskirche Interlaken entwarf er neun Farbfenster. Sein Sommeratelier hatte er in Iseltwald am Brienzersee.

Zehnder kommt am 30. September 1884 zur Welt. Seine Eltern verliert er bereits in Kindertagen, sodass er bei einer Tante aufwächst. Er besucht in Bern das Gymnasium und beginnt 1905 mit dem Studium der Malerei in Dresden. Während der Wintermonate ist er an der Kunstgewerbeschule in München, später dann an der Akademie in Stuttgart eingeschrieben. Die Sommermonate verbringt er «im Feld» oder auf Reisen. Vom Herbst 1909 bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges arbeitet er vorwiegend im eigenen Atelier in Paris.

Bereits 1910 kommt er zu seinem ersten Auftrag von kirchlicher Seite. Für die Kirche Leissigen malt er ein Wandbild, Motiv: der verlorene Sohn. Fünf Jahre später arbeitet er in der Kirche Diemtigen. Von dort schreibt er seinem Freund Victor Surbek: «Jetzt habe ich mich in die Kirchenwände verbissen und es ist mir, als ob ich zum ersten Mal im Leben so malen kann wie ich möchte und sollte […] Es drängt mich überhaupt, ganz grosse Räume und Häuser zu schmücken, nicht Bilder zu malen, die unabhängig von der Umgebung bald hier, bald dort hängen und so en passant betrachtet werden, sondern solche, die die Situation, die Umgebung beherrschen und welche zur Hauptsache werden.» Diesem gestalterischen Drang gehorchend, malt er in den Zwanzigerjahren die Stadtkirche Winterthur aus, die «umfangreichste kirchliche Malerei der Schweiz im 20. Jahrhundert» (Huggler).

Im Herbst 1934 findet Zehnders Junggesellendasein ein Ende. Er verheiratet sich mit Clara Pulver. Die Ehe bleibt kinderlos. Neben der Wandmalerei betätigt sich Zehnder nun vermehrt auch als Glasmaler. In enger Zusammenarbeit mit dem Glasmaler-Atelier Halter am Klösterlistutz in Bern schafft er bis zu seinem Ableben Glasgemälde für 26 Kirchen in der Schweiz. Seine Arbeit in der Kirche versteht er als Dienst am Ganzen. Ein ausgeprägter Sinn für die Gestaltung des Raumes kommt ihm dabei ebenso zugute wie seine künstlerischen Fertigkeiten.

In seinem Vortrag «Die protestantische Kirche und die Kunst» umschreibt er die Funktion der kirchlichen Malerei folgendermassen: «Ein lautes, anspruchsvolles und eitles Vordrängen der Malerei widerspricht überhaupt dem Wesen wandmalerischer Kunst. In einem Gotteshaus […] sollte jeder Teil dem Ganzen dienen, nämlich Verkündigung, Lobgesang, Gebet und Opfer sein.» In diesem Verständnis spiegelt sich ein Wesenszug des Künstlers. Das Laute und Schrille war ihm fremd. Seine Kunst war von der christlichen Religion in Dienst genommen. Glasgemälde sollten kein Eigenleben führen, «vielmehr sind sie Bauglieder, wie die gemauerten Wände. Der Glasmaler baut den zu gestaltenden Raum erst fertig mit Wänden aus Glas. Er verbindet die einzelnen Glasstücke mit Blei, wie die Bausteine mit Zement verkittet werden.»

Als 1950 die Trennwand zwischen Schiff und Chor in der Schlosskirche entfernt wird, erhält Zehnder den Auftrag, drei Chorfenster zu schaffen. Knapp zehn Jahre später arbeitet er an den Skizzen für zwei Seitenfenster, die Motive: die apokalyptischen Reiter und die Vertreibung aus dem Paradies. Er schreibt dazu an Freund Surbek: «Vorläufig bin ich immer noch bei den kleinen Skizzen zu den apokalyptischen Reitern […] Ich möchte mit diesen zwei Fenstern wenn möglich mein Bestes machen – die Themen sind ja auch gewaltig: der Anfang und das Ende des Menschentums.» Die Ausführungen in der Schlosskirche Interlaken zählt Zehnder persönlich zu den drei grössten Aufträgen in seinem Leben.

Nachdem seine geliebte Frau im Sommer 1959 stirbt, wird es einsam um Paul Zehnder. Er lebt zurückgezogen. Ab und zu ist er in Interlaken, wo es ihm ein Vergnügen ist, «von einem Café aus dem Corso der Eitelkeit zuzuschauen, der sich spasshafterweise seiner allgemeinen Hässlichkeit nicht bewusst ist».

Seinen Lebensabend verbringt er im «Siloah» in Gümligen. «Im Allgemeinen lebe ich hier friedlich, wenn es schon ein ganz anderes Leben geworden ist, dem man abgewinnen muss, was es bieten kann», schreibt er an Surbek. «Und wenn der Körper sich nicht mehr so ganz wunschgemäss verhält wie früher, so muss man das schlucken und den Jahren auf ihr Konto schreiben.» Zehnder stirbt 89-jährig am 11. Januar 1973.

Quellen: Künstler-Lexikon der Schweiz, XX. Jh.; Fritz Braaker, Der Maler Paul Zehnder, in «Jahrbuch vom Thuner- und Brienzersee», Hrsg. UTB, Jg. 75; Paul Zehnder, Die protestantische Kirche und die Kunst, abgedruckt in «Der Kleine Bund», 11.2.1945; Paul Zehnder, Briefe an Victor Surbek, 1905–1971, Privatdruck Bern, 1975.